Donnerstag, 24. Oktober 2013

Leinen los und Schiff ahoi


Ende September hieß es dann "Leinen los und Schiff ahoi". Unsere letzte Urlaubswoche in 2013 verbrachten wir auf einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer. Zuerst ging es mit dem Flieger nach Valletta und von dort dann direkt auf die Mein Schiff 2 von TUI. Der Anreisetag war ziemlich anstrengend, weil wir erst spät landeten und dann alles etwas hektisch war. Kurz frisch machen, dann schnell einen Happen essen und schon stand die Seenotrettung auf dem Programm, die für jeden Passagier verpflichtend ist. Obwohl der Hafen von Valletta wirklich wunderschön ist, kam beim ersten Ablegen noch keine rechte Urlaubsstimmung auf. Mit unserer Kabine hatten wir aber echt Glück, diese lag auf Deck 9 im Bugbereich und war gar nicht so klein wie erwartetet. Wir 3 hatten ausreichend Platz und viel haben wir uns darin eh nicht aufgehalten. 


Den nächsten Tag verbrachten wir komplett auf See und wir hatten Zeit, das Schiff zu erkunden. Besonders der Kids Club wurde gründlich unter die Lupe genommen und von Emma für gut bewertet.  Schon am nächsten Vormittag blieb sie eine Weile ohne uns dort. Die Betreuer waren auch wirklich klasse und gaben sich viel Mühe, die Kleinen zu beschäftigen. Die Woche stand unter dem Motto Naturvölker und so gab es täglich interessante Programmpunkte rund um Indianer, Maori und Azteken oder Maya. Es wurde ganz viel gebastelt, mit Pfeil und Bogen auf Büffeljagd gegangen oder eine Rallye übers Schiff veranstaltet. Emma hat dort echt Spaß und war manchmal kaum wegzubewegen. Gerade eine der Betreuerinnen hatte sie sofort ins Herz geschlossen und so konnte sie such auch leicht mal von uns trennen.

Uns gab das Raum, auch mal allein essen zu gehen oder mal an einer der unzähligen Bars zu verweilen. Das Essen und die Getränke waren echt richtig gut, alles super frisch zubereitet und von guter Qualität. Wer wollte konnte rund um die Uhr essen. Die Reise führte uns dann nach Monte Carlo, wo wir das erste Mal von Bord gingen und uns das Fürstentum ansahen. Wir konnten sogar einen Blick auf Prinz Albert werfen, als wir gerade am Palast waren. Weiter ging es dann nach Ajaccio auf Korsika. Wir machten einen wunderschönen Ausflug, der uns zu einer Honigfarm, einer Destillerie für ätherische Öle und einem Weingut führte. Emma war ganz gut drauf und fand es am besten, die verschiedenen Honige zu probieren. Nachmittags nutzten wir die Gelegenheit für einen kurzen Landgang ohne Emma, weil sie im Kids Club bleiben wollte. Wir schlenderten ein wenig durch die Gassen und genossen das gute Wetter. 


Am nächsten Tag legten wir in Civitaveccia an, ein Hafen ca. 70 km von Rom entfernt.  Wir bummelten einmal kurz durch die Stadt und verweilten dann etwas an der Strandpromenade. Emma war glücklich, Karussell zu fahren und sich auf einem Spielplatz auszutoben. Am Nachmittag blieben wir auf dem Schiff und suchten uns ein schönes Plätzchen am Pool. Emma hatte Spaß, im Wasser zu toben und vor allem die Whirlpools fand sie klasse. 






Das Leben auf dem Schiff wurde von Tag zu Tag entspannter und man kam richtig zur Ruhe. Es folgte ein Schiffstag und wir hielten uns wieder viel am Pool auf, machten eine lustige Familienrallye und genossen einfach die freie Zeit. Schließlich landeten wir in Catania auf Sizilien, eine wunderschöne, aber laute Stadt im barocken Stil. Unser Ausflug führte uns ca. 5 km zu Fuß durch die Stadt, vorbei am trubeligen Fischmarkt, vielen Menschenmassen und wunderschönen Gebäuden. Der Abschluss bildete ein Besuch in einem der besten Cafes und bei Kaffee, Gebäck und Granita (eine Art feinstes Sorbet) kamen wir etwas zur Ruhe. Der Nachmittag war dann wieder deutlich relaxter. 


Wir genossen das gute Essen noch einmal in vollen Zügen, tranken  den letzten Cocktail und mussten dann tatsächlich schon die Koffer packen. Am nächsten Morgen um 07:30 Uhr ging schon unser Transfer zum Flughafen und wir mussten früh aufstehen. Die Rückreise klappte ohne Probleme und ruckzuck war eine Woche um und wir wieder in Berlin. Die Tage auf die Schiff waren echt fantastisch und wir können so eine Reise uneingeschränkt empfehlen. Wir haben uns wirklich sehr wohl gefühlt, was zuletzt auch am guten Service und der netten Crew lag. Wir haben direkt die nächste Tour für November 2014 rund um die Kanaren gebucht und freuen uns schon wieder auf unser Schiff.




Mittwoch, 23. Oktober 2013

Schnipp schnapp, Mandeln ab....



Im September stand dann leider Emmas Mandel-OP an. Am 02.09.2013 fanden die Voruntersuchungen statt, welche sie wirklich geduldig über sich ergehen ließ. Selbst beim Blutabnehmen zuckte sie kaum mit der Wimper und unsere Erklärungen, dass wir am nächsten Tag wieder ins Krankenhaus fahren und dann auch etwas bleiben müssen, nahm sie relativ gelassen auf. Wichtig war, dass wir versichert haben, dass Mama die ganze Zeit bei ihr bleibt. Leider stellte sich heraus, dass die Gaumenmandeln komplett entfernt werden müssen und uns so mindestens 5 Tage im Krankenhausaufenthalt erwarteten. Am 03.09.2013 sollten wir eigentlich erst gegen 09:30 Uhr im Krankenhaus aufschlagen, aber der Tag startete dann sehr hektisch, weil es irgendwelche Probleme mit der Blutprobe gab und wir somit früher kommen sollten. Im Krankenhaus angekommen ging es auch direkt in den Behandlungsraum und im Rahmen der Blutabnahme wurde gleich ein Zugang gelegt. Das war dann für die Maus doch alles etwas viel und die ersten Tränchen kullerten. Sie ließ sich aber gut beruhigen und mit viel Ablenkung überstanden wir auch die Wartezeit. Selbst die Tatsache, dass sie nichts mehr essen und trinken durfte, nahm sie ganz gut auf. Sie sagte zwar immer mal wieder, dass sie Hunger hat, aber es gab nicht den erwarteten Riesenaufstand. Der kam erst kurz bevor es losging und sie eine Art OP-Hemd anziehen sollte. Trotz Kindermotiven, weigerte sich unter großem Protest und viel Schluchzen und Tränen. Wahrscheinlich machte sich da die ganze Anspannung bemerkbar. Wir beließen es dann dabei und kuschelten ganz fest mit ihr, den Beruhigungssaft nahm sie dann gottseidank, kam zur Ruhe und schlief schließlich in meinen Armen ein. Wir legten sie dann schlafend in das bereitstehende Bett und begleiteten Sie bis zur OP-Schleuse. Dort kamen mir dann die Tränen, es ist echt ein furchtbares Gefühl, wenn man sein Kind in fremde Hände gibt. Danach hieß es warten, wir versuchten uns zwar durch einen Spaziergang abzulenken, aber  die Zeit kroch nur so dahin. Gegen 13:30 Uhr kam dann endlich der Anruf, dass wir zu Emma in den Aufwachraum dürfen. Da war sie gar nicht richtig bei sich und weinte ganz heiser. Ich durfte sie dann zum Glück auf den Arm nehmen und so beruhigte sie sich gleich und schlief wieder ein. Gegen 14 Uhr kam sie dann auf Station und da schlief sie fast den ganzen Tag. Gegen 18 Uhr war sie das erste Mal richtig wach und aß dann auch ein kleines Eis. 






Die Tage im Krankenhaus waren insgesamt nicht einfach, aber Emma schlug sich echt tapfer. Sie tat uns nur echt leid, da wir sie ständig mit Essen und Trinken gängelten. Aber gerade das Trinken war super wichtig für die Wundheilung und ohne Essen war sie ganz schön schwach und somit quengelig. Nur die Nächte waren eine echte Katastrophe, sie wurde stündlich wach und ließ sich nur durchs Tragen über den Stationsflur beruhigen. Generell haben wir sie in der Zeit wahnsinnig viel geschleppt und den Flur kannten wir schon in und auswendig. Mein Rücken hat ganz schön gelitten. Wir waren froh, als wir endlich wieder zuhause waren und so langsam wieder der Alltag einkehrte. Es wurde nur immer schwieriger, sie vom Toben abzuhalten, sie musste sich ja wirklich noch 2 Wochen schonen. Auf jeden Fall haben wir das Ganze überstanden und man merkt auch wirklich eine Verbesserung. Die Maus schnarcht nicht mehr, atmet extrem leise und schläft insgesamt deutlich ruhiger. 



Dienstag, 22. Oktober 2013

Sommer, Sonne, Wirbelwind


Lange lange habe ich hier nichts von uns hören lassen. Aber es geht uns gut, nur der Alltag lässt kaum Raum. Die Zeit rast und irgendwie ist man abends froh, wenn man auf der Couch sitzt und nichts mehr machen muss. Dabei habe ich so viele Dinge im Hinterkopf, die ich noch erledigen will (Fotobücher erstellen, Klamotten aussortieren, Steuererklärung, Nähen, Blogeinträge, Telefonate usw.) Wir können auf jeden Fall auf einen entspannten Sommer zurückblicken, mit vielen netten Grillabenden, schöne Treffen mit lieben Freunden und einem tollem Urlaub. Wir waren wieder für eine Woche am Weissenhäuser Strand und hatten echt Glück mit dem Wetter. Leider wollte der Opa lieber zuhause bleiben, aber immerhin sorgte Oma für etwas Abwechslung. Emma fühlte sich am Strand pudelwohl und hatte nach und nach immer mehr Spaß in der Ostsee. Aus dem Dschungelland war sie kaum weg zu bewegen  und so war sie abends nach dem Klettern, Hüpfen und Toben echt platt und schlief recht zeitig. Somit hatten wir Großen Zeit, gemütlich auf dem Balkon zu sitzen, um Karten zu spielen. In der Woche danach besuchten wir noch unsere mittlerweile schon langjährige Urlaubsfreundschaft in der Nähe von Hannover. Wir hatten uns in der Zwischenzeit knapp 3 Jahre nicht gesehen und so gab es viel zu erzählen, aber trotz der Entfernung und der vergangenen Zeit hatten wir genauso viel Spaß wie immer. Die beiden sind auch unglaublich herzlich und gastfreundlich, so dass man sich einfach wohlfühlen muss. Auch Emma fremdelte kaum, obwohl sie die beiden praktisch nicht kannte. Zum Abschluss besuchten wir noch den Zoo in Hannover, leider hatte Emma keine große Lust auf Tiere und machte uns damit verrückt, dass sie auf den Spielplatz will. Es war kochend heiß und so machten wir uns dann früher als geplant auf den Rückweg. So konnte ich nur einen kurzen Blick auf meine heißgeliebten Flusspferde werfen. 




Der August verlief dann relativ unspektakulär. Emma hatte einige Spielverabredungen und war auf zwei Kindergeburtstagen eingeladen. Es ist echt schön zu beobachten, wie schon Kinder soziale Kontakte pflegen und miteinander umgehen. Da merkt man erst, wie wichtig das auch für die Entwicklung ist. Ansonsten läuft bei ihr weiterhin alles wunderbar, sie ist ein fröhliches, aufgewecktes kleines Mädchen, was immer mehr Zusammenhänge versteht und das auch fleißig kommentiert. Sie plappert den ganzen Tag und erklärt uns die Welt, viele ihrer Sätze beginnen mit ... weiß Du ... Sie fragt uns Löcher in den Bauch und Warum ist eine absolute Standardfrage. Sie hat eine blühende Fantasie und geht in Rollenspielen auf. Sie denkt sich tolle Sachen aus und bringt uns zum Lachen. Sie bastelt, knetet und malt unheimlich gern und hat dabei auch die meiste Ausdauer. Mit Klebstoff und Schere bewaffnet kann sie sich auch mal ein paar Minuten allein beschäftigen. Trotzdem hat sie Hummeln im Hintern und ist ständig in Bewegung. Sie liebt es, wenn man zusammen mit ihr turnt oder tanzt. Sie hat das Schaukeln für sich entdeckt und kann jetzt sogar allein Schwung holen. In Opas und Omas Garten herumtollen ist noch immer angesagt und sie fordert ihre Zeit dort auch ein oder sagt ganz klar, dass sie die beiden vermisst. Gerade der Opa und Emma sind ein tolles Gespann, Emma sagt ja auch selbst, dass Opa die Ersatzmama ist, wenn ich nicht da bin :-) Sie ist immer noch sehr verkuschelt und holt sich vor allem bei mir sehr viele Streicheleinheiten. Nähe ist ihr einfach sehr wichtig und das macht sie auch deutlich. Wenn sie müde ist oder nicht das erreicht, was sie gerade möchte, kann sie sehr zickig werden und man kommt mit Reden oft nicht weiter, ein Runde festes Kuscheln hilft da meistens schneller. Aber grundsätzlich kann man auch schon viele Dinge mit ihr aushandeln oder Kompromisse eingehen. Es ist eben wichtig, dass sie kleine Sachen mitentscheidet oder bei verschiedenen Dingen gefragt werden möchte. Aber das gehört dazu, stärkt ihr Selbstvertrauen und hilft beim Großwerden.