Freitag, 29. Mai 2015

Mein Schiff - Klappe die 3.

Eigentlich wollten wir dieses Frühjahr gar nicht mehr verreisen, aber die Zeit zwischen der letzten Kreuzfahrt im November 2014 und der bereits geplanten Tour im März 2016 erschien uns einfach zu lange. Also haben wir doch einmal die Angebote gecheckt und sind über die perfekte Kreuzfahrt gestolpert. Eine sehr interessante Route mit An- und Abreise an Samstagen und dazu noch über den 1. Mai, so dass wir sogar einen Urlaubstag sparen konnten. Am 25. April war es dann endlich soweit und schon morgens um 6 Uhr startete unser Flieger nach Palma de Mallorca. Auf der Insel angekommen, standen auch schon die Transferbusse zum Schiff bereit. Der Check-In dauerte trotz der frühen Ankunft etwas, aber schließlich durften wir die Mein Schiff 1 betreten. Wir genehmigten uns erst einmal ein kleines Frühstück bevor wir uns auf eine erste Entdeckungsrunde machten.  Im direkten Vergleich zur Mein Schiff 3 ist es nicht ganz so modern und es kam uns an manchen Ecken schon etwas in die Jahre gekommen vor. Die Kabinen wirken durch die Orangetöne und das dunklere Holz einfach etwas altbacken. Aber trotzdem war es allgemein gut in Schuss und wir haben uns sehr wohlgefühlt. Wir hatten jetzt auch nicht das Gefühl, dass es sehr reparatur- oder renovierungsbedürftig wäre. Im Gegensatz zur Mein Schiff 3 wirkt es eben etwas gediegener. Auch Mitreisende, die vorher immer mit der Aida unterwegs waren, meinten das Schiff wirke dagegen etwas langweiliger. Die Aida-Flotte wäre halt farbenfroher. Aber es ist weder heruntergekommen oder schäbig. Einfach etwas unmoderner in der Ausstattung. Spa und Sport-Bereich sind aber sehr einladend und auch an den Bars kann man sich richtig wohlfühlen. Wir würden es bei entsprechender Route auch wieder buchen. Der erste Tag verlief für uns relativ unspektakulär, aber wir fühlten uns auf Anhieb wohl. Für Emma gab es noch einen kurzen Abstecher bei den Whirlpools und natürlich einen Besuch im Kidsclub.  Abends mussten wir dann noch die Seenotrettungsübung hinter uns bringen und danach ließen wir noch kurz das Auslaufen auf uns wirken, bevor wir auch schon ziemlich müde auf der Kabine verschwanden.

Über Nacht machte sich das Schiff auf den Weg nach Valencia und nach dem Frühstück gingen wir auch direkt von Bord, um einen kleinen Landgang zu unternehmen. Im Hafengebäude gab es eine kleine Tourismusinformation und dort erfuhren wir, wie einfach man mit dem Linienbus ins Zentrum fahren kann. Eigentlich wollten wir einen Hop-on Hop-off Bus buchen, aber der Linienbus tat es auch. Zumal Emma frei war und eine Fahrt nur 1,50 € kostete. Wir nahmen die Nr. 95 und die Route führte uns direkt vorbei am ozeanographischen Museum und der sogenannten Stadt der Wissenschaft und Künste. Auf dem Rückweg wollten wir da eigentlich noch einen Fotostopp einlegen, aber Emma war da etwas knatschig und extrem müde. Immerhin konnten wir einen Blick auf die beeindruckende Architektur werfen. Die Busroute führte uns dann vorbei an einer Art grünen Gürtel, der sich durch die Stadtmitte von Valencia zog. Wir stiegen dann auch in der Nähe von dieser grünen Oase aus und machten uns auf den Weg zum Gulliver Park. Wir hatten im Vorfeld davon gelesen und wenn man mit Kindern reist, ist es ein perfekter Ort zum Toben, Klettern und Entdecken. Allerdings war die Laune schon kurzzeitig auf dem Tiefpunkt, als wir einfach keinen Zugang zum Spielplatz fanden und auch nirgends etwas über Öffnungszeiten entdecken konnten. Aber schließlich fanden wir den Haupteingang und die Info, dass täglich ab 10 Uhr geöffnet ist. Wir mussten dann noch etwa 15 min warten und dann ging es endlich los. Emma war begeistert und hatte echt einen Riesenspaß. Nach einer Stunde machten wir uns dann aber langsam wieder auf den Weg, um noch etwas mehr von Valencia kennenzulernen. Wir entdeckten eine moderne Markthalle und Emma bekam erstmal ein Eis. Der Preis pro Kugel war mit 2,50 € nicht gerade ein Schnäppchen, aber es war wirklich eine Riesenportion. Etwas gestärkt ging es dann weiter. Die kleinen Gassen gefielen uns wirklich gut, nur leider waren die Geschäfte am Sonntag weitestgehend geschlossen. Irgendwie hatten wir uns auch mit der Strecke etwas verschätzt und waren insgesamt zu viel gelaufen, so dass Emma zurück aufs Schiff wollte. Wir bummelten also nur noch ein wenig durch die Stadt, holten uns zum Mittag eine leckere Paella und nahmen schließlich den Bus der Route 4 zurück zum Hafen. Emma schlief auch glatt ein und so war es wohl die richtige Entscheidung gewesen. Valencia hat uns insgesamt aber sehr gut gefallen und wir können uns durchaus vorstellen, noch einmal für einen Kurzurlaub wiederzukommen. An Bord gönnten wir uns noch ein kleines Mittagessen und suchten uns dann ein Plätzchen, um ein wenig zu spielen und genossen die Sonne auf dem Pooldeck. Später amüsierte sich Emma dann im Kidsclub, während sich Tine im Spa beim Hamam verwöhnen ließ. Abends schauten wir uns dann noch die Show "Rock the Boat" im Theater an und schon war der Tag vorbei.




Am nächsten Morgen legten wir in Barcelona an. Auch hier wollten wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Wir entschieden uns für den örtlichen Hafenshuttlebus und zahlten nur 3 € pro Person für den Roundtrip. Wir stiegen direkt am Kolumbusdenkmal aus und standen ruckzuck mitten in den Ramblas. Wir bummelten ein wenig durch die hübschen kleinen Gassen, schauten den Straßenkünstlern zu und machten einen Abstecher ins Märchenwaldcafe "El Bosc De Les Fades". Eigentlich hatten wir uns noch mehr vorgenommen, aber Emma war nicht so recht zu begeistern und so ging es schneller zurück aufs Schiff als gedacht. Wir hoffen, dass wir irgendwann noch einmal Gelegenheit bekommen, nach Barcelona zu reisen, um dann mehr zu erleben. Es war schon ein wenig schade, aber mit Kindern muss man eben manchmal etwas zurückstecken. An Bord genossen wir wieder ein leckeres Mittagessen und entspannten bei einer lustigen Familienspielrunde. Emma verschwand dann irgendwann im Kidsclub und wir gönnten uns eine kleine Auszeit in der Sauna. Abends stand dann noch die Poolparty auf dem Programm und die ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Zumal auch noch ein leckeres Schoko-Früchte-Buffet am Start war. Emma war ganz aus dem Häuschen, da Capt'n Sharky auch mit von der Partie war und seine Späßchen mit den Kindern trieb.






Danach führte uns die Reise weiter nach Frankreich in den Hafen von La Seyne. Hier hatten wir uns für einen Tui-Ausflug nach Toulon entschieden und so fanden wir uns gegen 9 Uhr am Treffpunkt ein. Dort lernten wir dann Nicky und ihre Tochter Kay-Svea kennen und da die Kinder etwa im gleichen Alter waren, entschlossen wir, in die gleiche Gruppe zu gehen. Die Mädels verstanden sich auch gleich auf Anhieb und so erwartete uns ein überraschend entspannter Vormittag. Zuerst ging es mit einem Shuttleboot in den Hafen von Toulon. Dort starteten wir bei schönstem Sonnenschein einen kleinen Rundgang durch die hübschen Gassen. Die Mädels amüsierten sich und wir hatten wirklich Gelegenheit, diesen kleinen Spaziergang zu genießen. Wir schlenderten über den Markt, der vor allem viel Obst und Gemüse anbot und machten dann Halt an einer kleinen Bäckerei, in der unsere Reiseleiterin Kleinigkeiten zum Probieren einkaufte. Das erste Gebäckstück erinnerte zwar etwas an harten Zwieback mit Seifengeschmack, aber das zweite Teilchen war echt ganz lecker. Wir zogen dann weiter durch Toulon und erfuhren ein wenig über die allgemeine Geschichte und bekamen natürlich auch viele Infos zum Thema Kriegshafen, denn Toulon gilt als wichtiger Marinestützpunkt. Zum Schluss unserer Tour kehrten wir noch in ein kleines Restaurant direkt am Hafen ein, um noch ein paar weitere regionale Spezialitäten zu probieren. Es gab eine leckere Käseauswahl, frisches Obst und eine Art französische Pizza. Gestärkt bummelten wir dann noch etwas durch die am Hafen gelegenen Geschäfte und machten uns dann mit dem Shuttleboot zurück auf den Weg zum Schiff. Dort gingen wir es wieder ganz entspannt an und genossen die Vorzüge auf dem Schiff. Während Emma im Kidsclub gut betreut war, ging Tine noch eine Runde zum Zumba und abends ging es mal relativ zeitig zurück auf die Kabine, da nichts Großartiges mehr anstand.




Als nächsten Hafen steuerten wir La Spezia in Italien an. Wir hatten wieder einen Tui-Ausflug gebucht und lustigerweise waren Nicky und Kay auch mit dabei. Also ging es für alle an Bord des Shuttleboots und auf in Richtung Portovenere. Zunächst ging es zügig los, aber leider mussten noch andere Passagiere aufgenommen werden und so zog sich das ganze unschön in die Länge. Die Kinder wurden langsam ungeduldig und wir hatten uns das irgendwie anders vorgestellt. Bevor es dann endlich richtig los ging, war schon eine Stunde ins Land gegangen und die Tatsache, dass immer mehr Leute uns die Sicht auf die hübsche Küstenlandschaft nahmen, trug auch nicht gerade zu besserer Stimmung bei. Aber schließlich erreichten wir den malerischen Küstenort Portovenere und der eigentliche Ausflug konnte starten. Schon auf den ersten Blick zeigt sich Portovenere von seiner schönsten Seite, der Hafen mit seinen bunten Häusern ist ein wahres Postkartenmotiv. Dagegen steht die über dem Ort thronende Festung im schroffen Gegensatz, bietet aber einen ebenso imposanten Anblick. Nach einem ersten kleinen Spaziergang durch die engen Gassen erreichten wir die Festung und erkundeten die alten Burganlagen. Wir stiegen ganz nach oben und hatten einen herrlichen Blick auf die raue und felsige Küste. Danach zog es uns noch einmal in das hübsche kleine Gässchen, welches mit vielen heimischen Spezialitäten lockte. Wir gönnten uns ein Stück frischen Limonenkuchen und kauften Pesto und Gewürzsalze ein. Leider blieb uns nicht viel Zeit, um den Ort noch weiter zu erkunden und so ging es schon bald zurück nach La Spezia. Auf der Rückfahrt hatten wir dann eine bessere Aussicht und konnten das ganze Küstenpanorama noch einmal genießen. Am Abend zog es Emma wieder in den Kidsclub, weil eine Monsterralley über das Schiff auf dem Programm stand. Wir nutzen die Zeit, um einen Cocktail an der Tui Bar zu trinken. Da war gerade Bingo angesagt und wir machten spontan mit, hatten aber leider kein Glück, den mit über 200 € gefüllten Jackpot abzustauben. Witzigerweise düsten die Kinder dann auch einmal kurz durch die Bar und Emma amüsierte sich, uns entdeckt zu haben. Wir holten sie dann später ab, um gemeinsam die Crew-Show anzusehen. Die Besatzung hatte einiges auf die Beine gestellt und bot eine unterhaltsame Show. Nur leider schlief Emma nach etwa 30 min ein und so konnten wir nicht bis zum Ende bleiben.






Weiter ging es nach Civitaveccia, dieser Hafen liegt ca. 70 km vor Rom und die meisten Landgänger zog es natürlich auch in die Ewige Stadt. Uns war der Weg mit Kind aber zu weit und da Rom auch sehr trubelig sein soll, entschieden wir uns, nur zu einem kurzen Stadtbummel durch die eher langweilige Hafenstadt. An der Promenade ist ein kleiner Rummel und Spielplatz zu finden und Emma zuliebe machten wir dorthin noch einen Abstecher bevor es wieder zurück aufs Schiff ging. Dort verbrachten wir dann einen total entspannten und ruhigen Tag, zumal das Schiff wie leergefegt war. Vor allem auf dem Pooldeck war es sehr leer und Emma hatte Spaß beim Toben im Pool. Emma wollte dann schon am Nachmittag in den Kidsclub, weil eine Zirkusshow eingeübt werden sollte und so nutze ich die Zeit für eine Aerobic-Stunde. Da es nur 3 Teilnehmer gab, hatte ich auch keine Chance mich irgendwie zu verstecken und so waren es 45 wirklich schweißtreibende Minuten. Wir holten Emma dann fürs Abendessen ab, bevor sie wieder im Kidsclub verschwand. Die Eltern waren dann später alle zu einer kleinen Zirkusvorführung eingeladen und alle hatten sichtlich Spaß, die vorbereiteten Übungen zu präsentieren. Anschließend machten wir uns zu Tapas + Livemusik auf in die Außenalsterbar. Dort wurden live leckere Tapas zubereitet und jeder hatte Gelegenheit, zu probieren. Auch Emma war total interessiert und schaute dem Koch aufmerksam zu. Danach ging es dann direkt ins Bett.




Dann stand der einzige Schiffstag an und es wurde auch eine ganze Menge an Unterhaltungsmöglichkeiten geboten. Emma wollte schon am Vormittagsprogramm im Kidsclub teilnehmen und so hatte Rico die Gelegenheit an der Kapitänsfragestunde teilzunehmend, während ich mir ansah, was alles aus Obst- und Gemüse geschnitzt werden kann. Schon Wahnsinn, dass dazu eine 7 jährige Ausbildung nötig ist und die Künstler dann über 100 verschiedene Objekte frei aus dem Kopf erschaffen können. Direkt danach sammelte ich unser Kind wieder ein und zusammen ging es ins Restaurant Atlantik. Dort stand der Familien-Seeräuberschmaus auf dem Programm und alles war wunderbar eingedeckt und geschmückt. Für alle Kinder standen Stifte bereit,  es gab Piratengold und Capt'n Sharky trieb jede Menge Schabernack mit den kleinen Gästen bevor das Essen serviert wurde. Durch die mehreren Gänge zog sich das Mittagessen ziemlich in die Länge, aber es wurde für weitere Unterhaltung durch eine kleine Modenschau und einer Seilakrobatik gesorgt. Am Nachmittag war Emma dann wieder in der Betreuung (wir kamen uns schon fast etwas rabenelterlich vor, aber sie wollte immer freiwillig und hat teilweise richtig gedrängelt, dass wir sie abgeben) und wir gönnten uns eine Kleinigkeit vom auf dem Pooldeck aufgebauten Dessertbuffet. Danach ging es für mich direkt in den Spa-Bereich, denn ich hatte noch eine Ganzkörper-Wohlfühlmassage gebucht. Herrlich entspannt trafen wir uns dann alle wieder zum Stammgästetreffen, zu dem wir nach der 3. Kreuzfahrt mit Tui Cruises eingeladen wurden. Es gab Livemusik, ein kleines, aber feines Buffet und man traf Offiziere aus allen Bereichen, um ein paar Worte zu wechseln. Nach dem letzten Abendessen an Bord bummelten wir noch einmal übers Schiff, erledigten die letzten Einkäufe und fanden uns dann zum Abschlussfest im Kidsclub ein. Emma hatte wie auch schon im letzten Jahr am Feenworkshop teilgenommen und nun gab es eine zauberhafte kleine Aufführung für die Eltern. Dann hieß es Abschied nehmen und letzte Fotos zur Erinnerung schießen. Die Betreuer haben wirklich gute Arbeit geleistet und einiges auf die Beine gestellt. Kein Wunder, dass die Kinder so gerne dort bleiben wollten und es so für alle ein aufregende Reise war. Danach begaben wir uns zum Theater, wo die Show "Luna" schon angefangen hatte. Wir fanden noch ein gutes Plätzchen und ließen uns von der beeindruckenden Bühnenshow verzaubern. Zum Abschluss verabschiedete sich noch die komplette Besatzung und erntete viel Applaus. Somit endete leider auch unser letzter Abend an Bord und wir verzogen uns zum endgültigen Kofferpacken auf die Kabine.



Über Nacht liefen wir wieder den Hafen von Palma de Mallorca an und wurden mit herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel begrüßt. Da unser Heimflug erst recht spät am Abend ging, hatten wir noch viel Zeit an Bord. Die Kabine mussten wir zwar wie üblich schon um 9 Uhr verlassen, aber bei dem traumhaften Wetter ließ es sich wunderbar auf dem Pooldeck aushalten. Schon bald nach dem Frühstück suchten wir uns ein schönes Plätzchen und verbrachten noch etwas gemeinsame Zeit mit Nicky und Kay-Svea. Obwohl sie auch nach Berlin zurückflogen, hatten sie einen anderen Flieger erwischt und mussten schon nach dem Mittagessen los. Bis dahin plantschten die Mädels ausgiebig im Pool und waren nicht wirklich aus dem Wasser zu bewegen. Man hatte übrigens bei den beiden Pools die Wahl zwischen Ostseefeeling oder Badewanne. Für die Kinder war das warme Wasser natürlich ideal und sie konnten nach Belieben rein- und rausspringen. Wir genossen den Sonnenschein so lange wie möglich, nutzten dann noch einmal zum Auffrischen die Duschen im Spa-Bereich und verließen schließlich gegen 17 Uhr endgültig das Schiff. Emma war total traurig und hatte ein paar Tränchen in den Augen und auch wir wären am liebsten wieder umgekehrt. Der Urlaub war einfach nur fabelhaft, extrem entspannend und trotzdem sehr erlebnisreich. Wir freuen uns schon, wenn es im Frühjahr 2016 wieder .... alle Mann an Bord ... heißt.